Свидетельство о регистрации журнала

СВИДЕТЕЛЬСТВО
о регистрации СМИ

Федеральной службы
по надзору в сфере связи,
информационных технологий
и массовых коммуникаций
(Роскомнадзор)
Эл. № ФС 77-52200
от 25 декабря 2012 г.


 

Учредитель:
АНОО «Центр дополнительного
профессионального
образования «АНЭКС»

Главный редактор:
Ольга Дмитриевна Владимирская, к.п.н.

 
 

Миняева Юлия Васильевна

Spiele im Unterricht: altes Thema - neues Thema

 

Spielen im Unterricht ist eigentlich ein uraltes Thema. Denn nicht nur Kinder lernen im und durch das Spiel, auch bei Erwachsenen ist unterhaltsames Lehren wirkungsvoller und nachhaltiger. Das wussten schon die Römer: delectare et prodesse, docere cum delectatione hieß die Devise. "Lernen durch Spiel mit Spaß", "Spaß erhöht Lernfähigkeit und Lernbereitschaft", "Motivationssteigerung", "Abwechslung, Auflockerung, Entspannung", "Spielen weckt Neugier und Interesse" sind denn auch einige der am häufigsten genannten Gründe für den Einsatz von Spielen im (Deutsch-) Unterricht.

Aber warum lernt man spielend so viel besser? Oder: was macht den Spaß am Spiel aus? Mit diesen Fragen kommen wir auch der Antwort näher, warum "Spielen im Sprachunterricht" in der Fachdiskussion wieder ein aktuelles Thema ist.

Tätig sein und doch nicht arbeiten,

sich einer Regel fügen und doch frei sein,

an schillernden Seifenblasen sich freuen und doch ohne Schmerz sie zerrinnen,

sehen,

mit Aufbietung aller Kunst die Seiten rühren und doch das Verklingen der Töne, nicht beklagen,

das ist das Wesen des Spiels, und darin liegt seine erholende Kraft.

 

Etwas prosaischer formuliert: Spielen ist Probehandeln in einem geschützten Raum, sei es dem der Kindheit, der Freizeit oder des Sprachunterrichts. Jeder kann seine Fähigkeiten, seinen Witz, sein Gedächtnis, sein Glück ohne Angst vor dem Scheitern erproben. Da im Spiel also jeder als Person mit seinem Körper, seinen Emotionen und seinem Intellekt engagiert ist, gibt es eigentlich keine einfachere Möglichkeit, echte Kommunikation im Klassenzimmer herzustellen. Und wenn wir über den "Regeln" und der "Kunst" (nämlich dem im Spiel anzuwendenden sprachlichen Wissen und Können, dem Lernzweck) nicht die Freiheit und die Freude (die spielerischen Elemente und eigentlichen Spielziele) vernachlässigen, dann lernen die Schüler wirklich spielend Deutsch!

 

Spielend lehren...

Spiele dienen also keineswegs nur zur "Auflockerung" oder zum "Anwärmen", sondern gehören zum Repertoire der geplanten Abwechslung der Unterrichtsaktivitäten und Sozialformen in den verschiedenen Unterrichtsphasen. Sie sollten nicht nur zur "Belohnung" oder als Pausenfüller am Ende der Stunde eingesetzt werden, sondern zur Einführung, Verarbeitung, Anwendung und Wiederholung von Themen, Wortschatz und Strukturen, zum Fertigkeitstraining, zum orientierenden und interkulturellen Lernen. Sie sind kein bloßer Motivationsköder, sondern das beste Mittel, um immer wieder authentische Kommunikationssituationen im Klassenzimmer herzustellen.

 

Oft ist es allerdings nicht ganz leicht, das passende Spiel für einen bestimmten Zweck zu finden. Einfacher und zweckmäßiger ist es meistens tatsächlich, sich selbst Spiele zu überlegen, indem man den einen oder anderen Spielfaktor in eine Übung einbaut. Zum Anfang könnten Sie versuchen, die vorgestellten Spiele nicht als "Fertiggericht" einzusetzen, sondern sie als Schablone zu benutzen, um ein Spiel genau auf die jeweiligen Unterrichtssituationen abzustimmen. So kann man einige Spieltypen auch immer wieder verwenden, ohne dass Langeweile eintritt.              

I                                                        

 Einmal hin, einmal her, rundherum, das ist nicht schwer - Bewegung und Rhythmus

Die ursprüngliche Bedeutung von SPIEL ist "Tanz", sich hin und her bewegen, im Kreis bewegen. Der Spielmann war zunächst ein Schautänzer, dann ein Musikant. Übungen zu Phonetik und Sprachrhythmus lassen sich besonders gut mit musikalischen Elementen verbinden Hier ein Beispiel, wie Musik, Rhythmus und Bewegung zum Hörverstehenstraining genutzt werden kann.

 

Die tanzende Schlange

Text eines Liedes in Satzstreifchen verteilen. Jeder lernt "seinen" Text auswendig. Alle stehen im Kreis. Die Musik spielt, alle bewegen sich rhythmisch. Wer seinen Text hört, tritt in die Mitte und tanzt dort weiter, bis alle tanzen. Variante oder 2. Durchgang: in der Reihenfolge der gehörten Sätze wird eine "tanzende Schlange" gebildet, indem sich alle an den Schultern fassen und durch den Raum mäandern...

                                                                       II

. Ich sehe was, was du nicht siehst - Informationsgefälle

"Ich weiß, denke, habe, mache was, was du nicht weißt - und mal seh'n, ob und wie schnell du es rauskriegst". Es ist ziemlich langweilig, etwas zu beschreiben bzw. zu erzählen, was eh jeder sieht oder weiß, aber es wird interessant, wenn man ein bisschen rätseln muss. Auf irgendeine Art und Weise ein Informationsgefälle zwischen den Lernern herzustellen ist überhaupt einer der wirksamsten methodischen Tricks für einen lebendigen kommunikativen Unterricht. Auch im richtigen Leben besteht meist ein Informationsgefälle, z. B. zwischen Muttersprachler und Fremdsprachler - da ist es gut, wenn der Lerner ein paar Kompensationsstrategien entwickelt hat, für den Fall, dass ihm die Worte fehlen. Mit Rätselspielen wie "Teekesselchen", "Berufe raten", "Tabu", bei denen Gegenstände, Personen oder Begriffe herausgefunden werden müssen, kann man hervorragend Umschreibungen üben!

 

                                                                       III

 

Köpfchen, Köpfchen - Beobachtung und Gedächtnis

Bei Spielen wie Memory oder Kim gewinnt, wer genau beobachtet und ein gutes Gedächtnis hat. Das sind dann auch mal diejenigen, die sonst im Deutschunterricht nicht so viele Erfolgserlebnisse haben. Memory kann man mit Bild-Wortkarten spielen, man kann Verbergänzungen, Funktionsverbgefüge, Komposita und unregelmäßige Verbformen damit üben - alles, was paarweise zusammengehört, eignet sich dafür.

Beobachtungsgabe und Gedächtnis wird auch auf die Probe gestellt, wenn wir etwas aus der Erinnerung beschreiben müssen wie bei Kim-Spielen. Eine sehr dynamische Variante des Kim-Spiels ist die folgende Übung:

 

Der Raum, der Partner? Etwas aus der Erinnerung beschreiben

 

Wortschatz und Grammatik: je nachdem, was beschrieben wird

Sozialform: Die ganze Gruppe. Alle müssen sich frei im Raum bewegen können.

Variante a) Alle laufen im Raum herum und schauen sich alles gut an. Auf das Kommando "Stopp" bleiben alle stehen und machen die Augen zu. "Wer weiß, wo der Papierkorb steht?" "Wer weiß, wie viele Stühle im Raum sind?" Wer eine Frage richtig beantwortet hat, darf die nächste Frage stellen aber Achtung: Augen zu lassen!

Variante b) Alle laufen im Raum herum und schauen sich gegenseitig gut an. Auf das "Stopp"-Kommando hin stellt man sich Rücken an Rücken mit dem Nächststehenden und versucht, sich gegenseitig zu beschreiben: "Du hast blaue Augen" - "Du trägst eine graue Hose und einen schwarzen Gürtel" - usw.

Mit dem einfachen Spieltrick, etwas dem Blickfeld zu entziehen, wird eine an sich ziemlich unsinnige Übungspraxis zu einer echten Kommunikationssituation.

Im richtigen Leben würde nämlich niemand detailliert erklären, was alle Gesprächsteilnehmer vor Augen haben bzw. wissen, es beleidigt geradezu die Intelligenz: "Hältst du mich für blöd? Das weiß bzw. seh' ich doch!" Solche unkommunikativen Aufgabenstellungen werden dennoch von den meisten Schülern zu Übungszwecken (resigniert) akzeptiert: schließlich kennt man ja die "Spielregeln Sprachunterricht". Sogar in der Literatur - von Ionesco bis Loriot - sind sie nachzulesen!

                                                                       IV

. Alle machen mit - Spaß und Geselligkeit

Das ist überhaupt das wichtigste Spielprinzip: niemand bleibt außen vor und es gibt etwas zu lachen. Rundspiele, Kettenspiele, Staffettenspiele leben von dieser Gemeinsamkeit.

 

a. Was hat er gesagt?? (Fußnote 27)

W-Fragen stellen je nach Vorgaben

Ablauf: Im Kreis stehen, der erste flüstert seinem Nebenmann seine Frage ins Ohr, der antwortet laut. Alle raten, was die Frage (sinngemäß!) gewesen sein könnte. Beispiele für Fragen:

* Was isst du am liebsten?

* Wo warst du gestern?

* Was machst du zwischen 7 und 8 Uhr?

* Wer ist dein Lieblingsschauspieler?

* Was hast du heute morgen gemacht?

* Warum hast du die Prüfung nicht bestanden? ....

 

Damit Sie die Fragerei etwas steuern können, sollten Sie die Fragen vorher auf Zettelstreifchen schreiben und die ziehen lassen. Es müssen W-Fragen sein! Und es sollten höchstens 1-2 Fragen des Typs: "Wieviele Beine hat ein Mensch?" darunter sein. Zu der Antwort "Zwei" kann man natürlich unendlich viele Fragen stellen und die Chance, nach etwa 10 Versuchen die richtige zu treffen, ist minimal, der Frust dafür umso größer. Wenn die vereinbarte Spielregel "Binsenweisheiten erfragen" hieße, wären solche Fragen natürlich gut

 

 

Oft ist es allerdings nicht ganz leicht, das passende Spiel für einen bestimmten Zweck zu finden. Einfacher und zweckmäßiger ist es meistens tatsächlich, sich selbst Spiele zu überlegen, indem man den einen oder anderen Spielfaktor in eine Übung einbaut. Zum Anfang könnten Sie versuchen, die vorgestellten Spiele nicht als "Fertiggericht" einzusetzen, sondern sie als Schablone zu benutzen, um ein Spiel genau auf die jeweiligen Unterrichtssituationen abzustimmen. So kann man einige Spieltypen auch immer wieder verwenden, ohne dass Langeweile eintritt

 

 

Index

 

Bibliographie

1. Spielideen und Kopiervorlagen

Eva-Maria Altemöller: Fragespiele für den Unterricht zur Förderung der spontanen der spontanen mündlichen Ausdrucksfähigkeit. Erdacht und erprobt für das Fach Deutsch als Fremdsprache. Klett Edition Deutsch. München 1987.

2/Alan Maley/Alan Duff: Szenisches Spiel und freies Sprechen im Fremdsprachenunterricht. München 1985 (Hueber).

3. On-Line-Übersichten und Linktipps

Übersicht über Spiele-Sammlungen mit Kurzbeschreibungen:

http://www.goethe.de (DaF-Katalog - Spiele - Alle Materialien)

4. Rainer E. Wicke: Handeln und Sprechen im Deutschunterricht. Spielerische Sprachaktivitäten. Verlag für Deutsch. München 1995.

Einige Suchergebnisse aus: http://google.com zu den Suchbegriffen Lernspiele online Deutsch als Fremdsprache:

http://www.think-online.de/index2_cur.html

http://www.lernspiele.de/

http://www.edition-deutsch.de/lernwerkstatt/materialien/

 

Joomla SEF URLs by Artio